Eindrücke von vergangenen Veranstaltungen


09. Oktober 2021: Arbeitseinsatz für die Natur auf der Streuobstwiese Kirschenberg bei Hornburg

Bei strahlendem Herbstwetter trafen sich acht Mitglieder unserer Biotopschutztruppe, um die Streuobstwiese Kirschenberg bei Hornburg zu entkusseln.

Das bedeutet, dass aufkommende Triebe von Weißdorn, Hartriegel, Wildrosen und Brombeeren möglichst bodennah entfernt werden, um ein Verbuschen der Fläche zu verhindern.

Denn auch, wenn die Wiese zeitweise von einem Schäfer mit seinen Schafen beweidet wird, fressen diese die harten oder auch stacheligen Triebe nicht mit ab.

Mit Spitzhaken, Spaten und auch diversen Schneidwerkzeugen wurden deshalb diesmal die Randbereiche der immerhin 3 ha (30.000 qm²) großen Fläche bearbeitet.

Begleitet wurden wir bei unserer Arbeit vom immer wiederkehrenden Trompeten der durchziehenden Kraniche, die jetzt unterwegs zu ihren Winterquartieren sind. So wurde dann auch gerne immer wieder mal eine Pause eingelegt, um den schönen Anblick des Vogelzuges zu genießen.

 

Die Streuobstwiese wird seit über 30 Jahren von uns gepachtet und im Sinne des Naturschutzes bewirtschaftet.

Das bedeutet beispielsweise, dass die Fläche nicht gedüngt wird und keine Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden.

Auch dürfen beispielsweise Stämme von abgestorbenen Bäumen auf der Fläche verbleiben. Sie sind als „stehendes Totholz“ ein wichtiger Lebensraum für viele Käfer aber auch für Pilze und höhlenbewohnende Arten.

 

Ursprünglich handelte es sich bei der Streuobstwiese um eine reine Kirschenplantage.

Inzwischen sind jedoch abgängige Bäume häufig durch alte Obstsorten ersetzt worden.

So befinden sich jetzt unter den rund 300 Obstbäumen Apfelbäume mit so wohlklingenden Namen wie „Juwel aus Kirchwärder“, „Finkenwerder Herbstprinz“, „Gravensteiner“ oder auch „Celler Dickstiel“.

Für die Natur so wichtig, werden nur Hochstämme gepflanzt. Denn nur in diesen hohen Stämmen können Spechte später Höhlen bauen. Diese wiederum werden anschließend beispielsweise von Fledermäusen als Quartier genutzt.

 

Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Kulturlandschaften bei uns und sind ein wichtiger Lebensraum. So lassen

sich beispielsweise der Wendehals als seltene Vogelart aber auch Eidechsen, Blindschleichen, Schmetterlinge, Käfer und viele besonders geschützte Pflanzenarten auf der Streuobstwiese beobachten.

 

In den kommenden Tagen wird die Schafherde wieder die Fläche bewirtschaften und ihrer Funktion als „Rasenmäher“ gerecht werden.

Anschließend wird noch besser zu sehen sein, was die Tiere verschmäht haben und wo wir nacharbeiten müssen.


02. Oktober 2021: Biotoppflegeeinsatz an den Amphibien-Laichgewässern in Wittmar

Am ersten Samstag im Oktober trafen sich am frühen Vormittag 17 erwachsene Ehrenamtliche der Amphibienschutzgruppe Wittmar und der Wolfenbütteler Kreisgruppe des Naturschutzbundes (NABU), um nach einem Jahr Cornabedingter Pause wieder Biotoppflege auf dem Grundstück der Laichgewässer in Wittmar durchzuführen. Im letzten Jahr konnte aufgrund der Corona-Pandemie nur sehr eingeschränkt Biotoppflege gemacht werden. Die einzelnen Biotoppfleger hielten damals hauptsächlich die Wege frei.

 

In Kleingruppen wurden die Arbeiten auf dem Grundstück ausgeführt. So wurden der lange Zaunbereich, der kleine Teich im Uferbereich von Land und zu Wasser per Boot komplett u.a. von Schilf, Brennnesseln, Disteln und Brombeeren freigeschnitten. Verschiedene Zugänge zum großen Teich wurden ebenfalls für die zukünftigen Amphibiensammler im nächsten Frühjahr vom Röhricht befreit. So können die gesammelten Amphibien sicher direkt am Wasser ausgesetzt werden.

 

Später kamen dann 11 Mitglieder der NAJU (Naturschutzjugend) dazu. Zusammen mit Andrea Onkes und Katharina Knape wurden mit den Kindern die verschiedenen Nistkästen gesäubert. Es wurden Nester von Meisen, Siebenschläfern und Mäusen gefunden. In einem Fledermauskasten haben sich zukünftige Hornissenköniginnen eingenistet. Man konnte das Summen und Brummen aus dem Inneren hören und gelegentlich flogen ein paar Tiere ein und aus. Dieser Kasten wurde mit Abstand immer wieder von Groß und Klein beobachtet.

 

Anschließend half die NAJU bei der Biotoppflege mit.

 

Während der Biotoppflegearbeiten konnten die Helfer viele Heidelibellen und Blaugrüne Mosaikjungfern bei der Eiablage an den Teichen beobachten. Außerdem wurde von der NAJU ein filigran gewebtes Nest der Zwergmaus im Schilf gefunden.

 

Beim anschließenden Aufräumen am frühen Nachmittag wurde abschließend noch die schöne Raupe des Buchenstreckfußes zwischen den Trinkflaschen gefunden. Auf dem Grundstück leben neben Kröten, Fröschen und Molchen auch Blindschleichen, Eidechsen und seltene Schmetterlinge – alles bedrohte Arten, die auf der Roten Liste stehen.


Wie bei so vielen anderen Vereinen auch, hat uns die Corona-Pandemie leider in unseren Aktivitäten abrupt und vollkommen überraschend ausgebremst.